Klimaschutz im Landkreis Nordhausen

Der Klimawandel als die große Herausforderung unserer Zeit begleitet uns besonders seit den letzten Jahren immer stärker: Nach den sehr heißen und trockenen Jahren 2018 und 2019 sind die Folgen in der Vegetation, speziell in unseren Wäldern nicht zu übersehen. Auch häufiger vorkommende Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen oder Überschwemmungen zeigen uns, wie ernst die Situation ist. Mit dem 1,5- bzw. 2-Grad-Ziel wurde festgelegt, dass der globale Temperaturanstieg von 1850 bis 2100 auf höchstens 2° C begrenzt werden soll. Um diese Ziele zu erreichen, soll die Energieversorgung in Thüringen bis 2040 vollständig auf erneuerbaren Energien basieren. Der Landkreis Nordhausen wird zum Erreichen dieser Zielstellungen nach eigenen Kräften finanziell machbare Klimaschutzvorhaben im Landkreis unterstützen. So sollen CO2 eingespart, erneuerbare Energien ausgebaut und nachhaltige Projekte vorangebracht werden.

Klimaschutzkonzept

Für den Landkreis Nordhausen wird bis Herbst 2022 ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Beteiligungen werden von verschiedenen Akteuren, Multiplikatoren, Experten und der breiten Öffentlichkeit des Landkreises ermöglicht. Das Konzept wird als strategischer Leitfaden bzgl. der weiteren Vorgehensweise des Landkreises bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen dienen. Dabei werden die folgenden Handlungsfelder bearbeitet:

  • nachhaltiges Beschaffungswesen
  • kreiseigene Liegenschaften
  • Mobilität
  • IT-Infrastruktur
  • Flächenmanagement
  • private Haushalte
  • Erneuerbare Energien
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Abfall
  • Gewerbe, Dienstleistung, Handel
Projekte im Landkreis

Im Landkreis Nordhausen wurden bereits einige Klimaschutzprojekte umgesetzt. Im Folgenden finden Sie Informationen zu den verschiedenen Klimaschutzaktivitäten und nachhaltigen Projekten im Landkreis.

  • stromsparende Beleuchtungen in Hallen
  • Innovatives Teilkonzept zum energetischen Wandel im Landkreis Nordhausen (Energiepfade)
  • stromsparende Beleuchtungen in Hallen

In Sporthallen sind üblicherweise Leuchtstoffröhren verbaut. Diese haben einen vergleichsweise hohen Verbrauch an elektrischer Energie. Um den Verbrauch an Energie zu mindern, werden die herkömmlichen Leuchtstoffröhren durch effizientere LED-Technik ersetzt. Die Einsparung an kostenintensiver elektrischer Energie kann bis zu 70 % je Projekt betragen: Es wird nicht nur die verbaute Leistung verringert, sondern auch durch integrierte Präsenzsteuerung eine Verringerung der Betriebszeit erreicht. Je eingesparter kWh elektrischer Energie wird auch CO2 vermieden: Nach dem deutschen Strommix sind 401 g CO2 je kWh elektrischer Energie anzurechnen. Anhand der Förderungen durch Bund und Land können für die Umrüstung auf effiziente Hallenbeleuchtung hohe Förderquoten erreicht werden, um die Wirtschaftlichkeit der Projekte zu optimieren.

  • Sanierung der Innen-und Hallenbeleuchtung der Sporthalle Spendekirchhof in Nordhausen
  • Sanierung der Innen-und Hallenbeleuchtung der Sporthalle Wolkramshausen
  • Sanierung der Innen-und Hallenbeleuchtung der Sporthalle Heringen
  • Sanierung der Innen-und Hallenbeleuchtung der Sporthalle des Gymnasiums Bleicherode
  • Innovatives Teilkonzept zum energetischen Wandel im Landkreis Nordhausen (Energiepfade)

Der Landkreis Nordhausen hat die Hochschule Nordhausen beauftragt, ein Konzept für den energetischen Wandel mit dem Focus auf die Stadt-Land-Beziehungen zwischen den Umlandgemeinden und der Stadt Nordhausen zu erarbeiten. Unter energetischem Wandel werden sowohl die Umstellungen des Energiesystems betrachtet wie auch des Naturhaushalts und Stoffkreisläufe.

Das Vorhaben baut auf dem Projektvorschlag der Hochschule zur Internationalen Bauausstellung Thüringen auf. Dieser wurde gemeinsam mit Bürgern und der IBA Thüringen in den Werkstätten des Wettbewerbs Zukunftsstadt weiterentwickelt.

Der Landkreis Nordhausen sieht in der Entwicklung eines Projekt- und Akteursverbundes des energetischen Wandels den geeigneten Weg, um seinen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Klimaschutzziele zu leisten. Die von diesem Verbund zu entwickelnden Projekte sollen gleichzeitig den Wert seiner Gemeinden als Wohn- und Wirtschaftsstandorte sichern.

In den Umlandgemeinden der Stadt Nordhausen besteht bereits eine Vielzahl von Projekten des energetischen Wandels – teilweise initiiert und getragen von örtlichen Energiegenossenschaften und von der gewerblichen Wirtschaft - sowohl der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien, als auch des Sanierungsmanagements und der Wertstoffwende.

Aufgabe des Konzepts soll es sein, bestehende Projekte als Bestandteile einer Energie-Kulturlandschaft weiter zu entwickeln, neue Projekte zu initiieren und die wachsende Projektlandschaft über „Energiepfade“ erkennbar zu machen, um den energetischen Wandel zu befördern.

Im ersten Arbeitspaket wird die Hochschule die Energie- und Treibhausgas-Bilanz und Potentialanalyse der Stadt Nordhausen auf die Umlandgemeinden ausweiten. Parallel wird sie mit den Vorbereitungen für den Aufbau von Akteursnetzwerken beginnen, z. B. mit Befragungen verschiedener Akteure.

Aktuelles zum Thema Klimaschutz

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Klimaschutz strategisch neu denken

Der Landkreis Nordhausen stellt sich im Bereich des Klimaschutzes strategisch neu auf. „Wir haben schon in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bauvorhaben mit Förderprogrammen wie zum Beispiel Klima-Invest Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und damit auch des Klimaschutzes umgesetzt. Umgesetzt hat der Landkreis beispielsweise schon die Umrüstung mehrerer Schulsporthallen auf LED-Beleuchtung. Wir setzten auch bereits sechs Elektrobusse im ÖPNV ein, womit wir zu den Vorreitern in Thüringen gehören“, sagt Landrat Matthias Jendricke. „Schon an diesen zwei Beispielen sieht man, dass Klimaschutz eine Querschnittaufgabe in kommunalen Verwaltungen ist und dies immer wichtiger wird. Deshalb nutzen wir nun die Förderung des Bundes, um ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten.“

Seit April ist Maximilian Barth der Klimaschutzmanager des Landkreises Nordhausen. Der gebürtige Nordhäuser hat an der hiesigen Hochschule sein ingenieurswissenschaftliches Bachelor- und Masterstudium mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien erfolgreich abgeschlossen. „Der Klimawandel ist mittlerweile ein allgegenwärtiger Bestandteil im Alltag. Um regional auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren, wird der Landkreis Nordhausen bis Herbst 2022 ein Klimaschutzkonzept erarbeiten“, sagt Maximilian Barth. „Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes werden wir im Aufgabenbereich des Landkreises Projekte koordinierten, die dem Klimawandel entgegenwirken.“

Für die Umstellung auf erneuerbare Energien wurden im Thüringer Klimagesetz klare Ziele für die kommenden Jahre festgelegt: Bis 2030 sollen in Thüringen die Treibhausgasemissionen um 60 bis 70 % im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Das langfristige Ziel ist, bis zum Jahr 2050 vollständig treibhausgasneutral zu werden. „Um dabei mitzuwirken, wollen wir erneuerbare Energien ausbauen, Rohstoffe einsparen und effiziente Technologien nutzen“, so Maximilian Barth. „Dabei betrachte ich beispielsweise die Liegenschaften des Landkreises wie Schulen und Verwaltungsgebäude, aber auch den weiteren Ausbau grüner Mobilität oder nachhaltige Beschaffung.“

Welche Rolle die kommunale Energiewende als Beitrag zum Klimaschutz spielt, wird morgen, am Samstag, 29. Mai, von 10 bis 15 Uhr, im Klimapavillon in Nordhausen diskutiert. Klimaschutzmanager Maximilian Barth ist für den Landkreis dabei. Die Veranstaltung wird auf Youtube übertragen, Stichwort Klima-Pavillon. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Mehr Infos unter https://www.thega.de/thega-erleben/klima-pavillon/


Ausbildung zum E-Lotsen

Klimaschutzmanager Maximilian Barth wurde jüngst zum E-Lotsen ausgebildet. Die Weiterbildung zum E-Lotsen findet mit Kooperation der ThEGA (Thüringer Energie-und Greentech Agentur) statt. Es werden dabei sämtliche Aspekte im Bereich Elektromobilität beleuchtet, um sinnvolle und tragfähige Konzepte für den Ausbau der Elektromobilität in die Wege zu leiten. In der dreitägigen Weiterbildung wurden u. a. Carsharing-Konzepte, Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität inklusive Fördermöglichkeiten und die Schaffung eines intelligenten Fuhrparkmanagements thematisiert.


Auftaktveranstaltung zum Klimaschutzkonzept im Landkreis Nordhausen

„Klimawandel betrifft uns alle - nach einigen heißen, trockenen Jahren, einer kritischen forstwirtschaftlichen Situation und immer häufiger auftretenden Extremwetterereignissen rückt das Thema Klimaschutz immer weiter in den Vordergrund. Deshalb beteiligen wir uns als Landkreisverwaltung aktiv und zielgerichtet am landesweiten Vorhaben, bis 2040 die Energieversorgung Thüringens vollständig regenerativ zu gestalten. Unser Ziel ist es, eine Vorbildfunktion zu erreichen.“ Mit dieser klaren Botschaft stellte jetzt Maximilian Barth, Klimaschutzmanager im Landratsamt, bei der Auftaktveranstaltung die Grundlagen und nächsten Schritte zur Erarbeitung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes vor.

Der Landkreis Nordhausen hat bereits einige Klimaschutzvorhaben umgesetzt, wie energieeffiziente LED-Technologie in Sporthallen, eine Grünschnittfeuerungsanlage in Nordhausen und sechs Elektrobusse im Regionalverkehr. Als zukünftige Vorhaben für die kommenden Jahre plant der Landkreis, Energieeinsparmaßnahmen an Schulen durch weitere effiziente Technologien, Modernisierungen an öffentlichen Gebäuden mit neuen Heizsystemen und den Fokus auf erneuerbare Energien mit Elektromobilität oder Wärmepumpen zu setzen.

Bei der Auftaktveranstaltung diskutierten Landrat Matthias Jendricke, Prof. Dr. Viktor Wesselak von der Hochschule Nordhausen und Hans-Jürgen Weidt, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Werther und Gründer der Energiegenossenschaft Helmetal, über mögliche Optionen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung in der Region. Hans-Jürgen Weidt hat dabei die Möglichkeit der Bürgerbeteiligungen durch Energiegenossenschaften vorgestellt, damit auch die Bevölkerung vor Ort von der Energiewende profitieren kann.

Maximilian Barth wird als Klimaschutzmanager in den kommenden Monaten ein integriertes Klimaschutzkonzept für den Landkreis erstellen. Der Fokus wird dabei auf den kreiseigenen Liegenschaften der Verwaltung, wie Schulen und Verwaltungsgebäuden liegen, aber auch Bereiche wie private Haushalte, nachhaltige Beschaffung oder erneuerbare Energien werden beleuchtet. „Klimaschutz und Klimaanpassung im Landkreis gelingen nur dann vollständig, wenn auch die Verbraucher mitgenommen werden. Daher wollen wir mit weiteren öffentlichen Veranstaltungen auch die Einwohner mitnehmen“, sagt der Klimaschutzmanager.

Der Landkreis Nordhausen ist Mitglied im Netzwerk Kommunaler Klimaschutz Thüringen

Kontakt

Landratsamt Nordhausen

Klimaschutzmanager
Grimmelallee 23
99734 Nordhausen

Tel.: 03631 911-9011
E-Mail: Nachhaltigkeit@lrandh.thueringen.de